Aleksa Šantić

Aleksa Šantić, geboren am 27. Mai 1898 in Mostar, war ein bosnisch-herzegowinischer Dichter und einer der bekanntesten Vertreter neuerer Lyrik in Bosnien-Herzegowina.

Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in seiner Heimatstadt Mostar. Nach dem sein Vater verstarb, fiel die Fürsorge für die Familie seinem strengen Onkel zu.
Er hatte 2 Brüder, Jeftan und Jakov, und die Schwester Persa, welche mit seinem Freund Svetozar Corovic verheiratet war. Seine zweite Schwester Zorica starb bereits im Babyalter.
Er lebte in einer Familie der Händler und keiner hatte Verständnis für sein Talent.
Nach dem Abschluss der Handelsschule in Triest und Ljubljana ging er zurück nach Mostar.

Er war Vorsitzender des serbischen Gesangvereins “Gusle” in Mostar. Dort lernte er bekannte Schriftsteller der damaligen Zeit kennen: Ćorović, Jovan Dučić, Osman Đikić und anderen.

Im Jahre 1896 gründete er mit Dučić und Atanasije Šolo die Zeitschrift Zora, die ohne Unterbrechung bis 1901 herausgegeben wurde.

Sein Leben diente als Vorlage für die romantisierte Filmbiographie „Mein Bruder Aleksa“, die Hauptrolle übernahm der Belgrader Schauspieler Branislav Lečić. Die Filmmusik komponierte der Dirigent und Komponist Ranko Rihtman aus Sarajevo, während die Lieder von Dragan Stojnić eingesungen wurden, teilweise mit der Unterstützung des Oktetts Collegium Artisticum aus Sarajevo.

Vojislav Ilić und Jovan Jovanović-Zmaj hatten den größten Anteil an seiner poetischen Entwicklung. Von allen ausländischen Dichtern hatte Heinrich Heine den wichtigsten Einfluss auf seine Werke, den er aus der deutschen Sprache übersetzte. Die höchste dichterische Reife erreicht er zwischen 1905 und 1910, als seine schönsten Gedichte entstanden.
Es waren Zeiten stürmischer gesellschaftlichen Veränderungen in Bosnien-Herzegowina, in denen Šantić aktiv teilnahm.

Šantić’s Poesie ist voller starker Emotionen und Liebeskummer. Sie zeigt einen emotionalen Dichter mit elegischem Ton und melodischem Ausdruck, der eine ganze Reihe Lieder mit tiefer Inspiration und gelebtem Ton erschuf. Šantić’s Liebespoesie erwuchs unter dem starken Einfluss der bosniakischen Liebeslieder, der Sevdalinka; seine Liebeslieder spielen sich in bosnischen Höfen ab, welche erfüllt sind von Frühlingsblüten und Springbrunnen. Die weiblichen Charaktere, die in seinen Liedern vorkommen, tragen schöne Halsketten und sind verführerisch, und dennoch besitzen sie eine versteckte Schönheit. So ist auch das Lied „Emina“, das von den Menschen als Sevdalinka angenommen wurde. Die Sehnsucht ist das häufigste Motiv dieser Liebeslieder.
Šantić‘s Poesie basiert auf glaubwürdiger Erfahrung aus seinem eigenen Leben. Šantić verliebt sich in jungen Jahren in die Slawonin Anka Tomlinović, die Tochter eines hinzugezogenen Fotografen, die er unter dem Druck seiner orthodoxen Familie letztendlich verlässt. Etwas später, bereits resigniert, lernte er Zorka Šola kennen, ein junges und wohlhabendes Mädchen aus Mostar, die wiederum auf Drängen ihrer pragmatischen Familie die Beziehung zu dem Dichter beenden und ihn mit gebrochenem Herzen zurücklassen muss.

Das zweite poetische Thema, das für Šantić‘ Schaffen bezeichnend war, hatte einen heimatgebundenen Charakter.
Das Lied “Bleibt hier”, das 1896 auf der ersten Seite der Zeitschrift Zora erschien, richtete sich an all jene bosnischen Muslime, die nach der Annexion Bosniens durch Österreich-Ungarn im Jahre 1878 massenweise das Land Richtung Türkei verließen. Ebenso das erschütternde Lied “Brot”, in welchem Šantić das Leid derjenigen beschreibt, die für immer ihre Heimat verlassen, um sich in der Fremde niederzulassen. In anderen Liedern betont Šantić das Leid im Allgemeinen als einen wichtigen historischen Moment (“Wir kennen das Schicksal”).

Er starb am 02. Februar 1924 in Mostar.

OSTAJTE OVDJE

Ostajte ovdje!… Sunce tuđeg neba
Neće vas grijat k’o što ovo grije;
Grki su tamo zalogaji hljeba
Gdje svoga nema i gdje brata nije.

Od svoje majke ko će naći bolju?!
A majka vaša zemlja vam je ova;
Bacite pogled po kršu i polju,
Svuda su groblja vaših pradjedova.

Za ovu zemlju oni bjehu divi,
Uzori svijetli, što je branit znaše.
U ovoj zemlji ostanite i vi,
I za nju dajte vrelo krvi vaše.

K’o pusta grana, kad jesenja krila
Trgnu joj lisje i pokose ledom,
Bez vas bi majka domovina bila;
A majka plače za svojijem čedom.

Ne dajte suzi da joj s oka leti,
Vrat’te se njojzi u naručja sveta;
Živite zato da možete mrijeti
Na nijemom polju gdje vas slava sreta!

Ovdje vas svako poznaje i voli,
A tamo niko poznati vas neće;
Bolji su svoji krševi i goli
No cvijetna polja kud se tuđin kreće.

Ovdje vam svako bratski ruku steže –
U tuđem svijetu za vas pelen cvjeta;
Za ove krše sve vas, sve vas veže:
Ime i jezik, bratstvo, i krv sveta.

Ostajte ovdje!… Sunce tuđeg neba
Neće vas grijat k’o što ovo grije, –
Grki su tamo zalogaji hljeba
Gdje svoga nema i gdje brata nije…

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