Wie ist das Lied “KIŠA BI PALA, PASTI NE MOŽE” entstanden?

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Wie ist das Lied “KIŠA BI PALA, PASTI NE MOŽE” entstanden?

“KIŠA BI PALA, PASTI NE MOŽE” (Der Regen würde fallen, kann es aber nicht) ist eine bekannte und enorm schöne Ballade. Über die Herkunft dieses Liedes ist die folgende Erzählung von Halid Varatanović aus Sarajevo verzeichnet: “Als Österreich Bosnien übernahm, gab es Imame und Religionslehrer, die die Kinder unterrichteten und über die Österreichische Besetzung nicht erfreut waren, unter ihnen auch der Imam Kustura (sie sind aus Novi Pazar, aber haben sich vor langem hier in Sarajevo angesiedelt. Es gab ihn und seinen Onkel – den Hafis kannte ich – und sie hießen Sokolović. Ihr Spitzname war Kustura, was mit der Zeit zum offiziellen Familiennamen wurde).

Und eben diese Imam Kustura sagte den Leuten die Zukunft voraus und erstellte Talismane, wenn einer krank war oder sonst etwas hatte. Und es kam die Frau eines österreichischen Offiziers, um sich die Zukunft vorherzusagen. Und er hatte ein Buch und in diesem Buch eine Nadel: nicht außerhalb, sondern wirklich drin! Er sagte zu ihr:

– “Du hast einen Ehemann!”
– “Habe ich!”
– “Dieser Mann betrügt dich!!”
– “Stimmt!”
– “Er geht zu eben dieser Frau!”
– “Stimmt!”
– “Du hast unter der linken Schulter ein Muttermal, in dieser und dieser Größe und Form!”
– “Stimmt!”

Er sagte ihr dies alles und sie erklärte sich bereit, den Islam anzunehmen. Und so kam es – sie wurde dadurch von ihrem Ehemann geschieden…
Und sie klagten ihn anschließend an. Sie beschuldigten ihn der Magie, so dass die ganze Welt dadurch verrückt würde und befohlen, ihn zu hängen, auf den Vrace.

Und sie hängten ihn, aber es fing an zu regnen: Die ersten drei Tage war ein solcher Wolkenbruch, dass man nicht aus dem Haus raus konnte, als sie es taten: den Imam Kustura ermordeten. Dies könnte sich in den ersten Jahren der nach der Österreichischen Übernahme ereignet haben.

[“Quelle: ESMA SMAILBEGOVIĆ: Narodna predaja o Sarajevu. Sarajevo: Institut za jezik i književnost, 1986., Seite 207. Die Aussage verzeichnete und veröffentlichte Munib Maglajlić 1977 im Jahrbuch der Abteilung für Literatur des Instituts für Sprachen und Literatur in Sarajevo, unter der Überschrift: “Sarajevos Ballade über den zum Tode Verurteilten”.]

1. Version:

Kiša bi pala, pasti ne može,

sunce bi sjalo, sjati ne može,

sve zbog žalosti Ibrahim-bega.

Ibrahim-bega svezana vode,

svezana vode, da ga objese.

Za njim pristaje brat mu Alija.

”Brate Alija, pazi mi djecu,

pazi i moju kao i svoju.

Kad svojoj djeci, krojiš haljine,

kroji i mojoj, kao i svojoj,

nek se ne pozna da su siročad.”

2. Version:

Sunce bi sjalo, sjati ne može,

kiša bi pala, pasti ne može,

ni jedno neće od teška jada:

Ibrahim-bega svezana vode,

svezana vode, da ga objese.

Ibrahim-beg se natrag obzire:

”Ima l’ ikoga od roda moga?”

Za njim iđaše bratac Alija.

”Alija brate, pazi mi djecu,

pazi mi moju, baš k’o i svoju:

Kad svoju djecu u mejtef dadneš,

Alija brate, podaj i moju!

Kad svojoj djeci srezeš haljine,

Alija brate, srezi i mojoj.

Svojoj crvene, a mojoj mrke,

nek se poznaju da su sirote!”

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