Dr. des. Thomas Schad

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Dr. des. Thomas Schad

[Lied] Sevdah als verwobenes Kulturgut – oder wie Heine nach Bosnien kam

Sevdah und Sevdalinka sind zwei Begriffe aus dem ehemaligen Jugoslawien, die ein Musikgenre (Sevdah) und eine Liedform (Sevdalinka) bezeichnen.
Durch die etymologische Herkunft der Begriffe aus der osmanisch-türkischen bzw. der arabischen Sprache, aber auch durch die Instrumentenwahl, den Klang, die Texte sowie die Sprachen, Namen und Herkünfte der Interpretinnen, erzählt und singt die Sevdah von einer durch und durch verwobenen, europäisch-mediterran-nahöstlichen Kulturgeschichte. Dabei erstreckt sich diese Verwobenheit nicht nur vom mittelalterlichen Andalusien über den Balkan in die Levante, sondern bis hinein in die deutschsprachige Literatur des 19. Jahrhunderts: zu Heinrich Heine. Darum soll es in diesem Beitrag gehen.
Der einzige Grund, warum ich noch nie etwas über Sevdah geschrieben habe, besteht übrigens darin, dass ich seit Jahren Berge von Informationen, Liedern, Alben und Beobachtungen zu diesem wieder aufblühenden, kreativen Phänomen anhäufe. Dadurch droht jedoch jeder Versuch, mit einer Würdigung zu beginnen, sofort zu einem unheilvollen, aus Zeitmangel nicht abschließbaren Riesenprojekt zu werden. Und Sevdah als ein ganz außergewöhnliches und reiches südosteuropäisches Kulturgut hätte sich gewiss eine ausführliche Würdigung verdient. Eine solche Würdigung, die alle Uneindeutigkeiten und Hybriditäten der Sevdah umfasste, könnte vielleicht sogar ein mehrstimmiges Gegenmomentum zur Konjunktur hermetischer Kulturverständnisse, zu neuem Identitarismus und zu falschen, wenn auch gut gemeinten Vorstellungen über „kulturelle Aneignung“ liefern […]

Quelle: thomasschad.wordpress.com

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